Studienpraktikum Erfahrungsbericht

Vor mehr als zwei Monaten begann meine Zeit im Landtag als Praktikant bei Florian. Nun ist die Zeit vorbeigeflogen und ich blicke zurück auf eine spannende, lehrreiche und super schöne Zeit mit Florian, Daniel und Saskia. Nachdem mich die drei am Eingang zum Landtag abgeholt und Daniel mich durch das Gebäude geführt hatte, ging mein erster Tag mit einer kurzen Montagsbesprechung und der weiteren Wochenplanung weiter. Somit hatte ich einen guten Überblick, was in dieser Woche auf dem Programm steht und konnte mir schnell vorstellen, wie eine Sitzungswoche aussieht. Daniel erklärte mir den Unterschied zwischen Sitzungswochen und Informationswochen, wobei mir schnell auffiel, dass auch die Informationswochen genug Arbeit bereithalten. Anschließend begleitete ich Flo und Saskia zur Ausschussvorbesprechung mit den anderen Grünen Abgeordneten aus dem Europaausschuss.

Der Dienstag startete dann mit einem parlamentarischen Frühstück, bevor der Arbeitskreis Demokratie und die anschließende Ausschusssitzung anstanden. Abends noch schnell ein Termin mit dem Ortsverband und schon war auch mein zweiter Tag im Landtag vorüber. Mittwochs besuchten wir dann eine Diskussion zur EU-Steuerpolitik, bekamen eine Einführung ins ABC des Haushaltes, ich erlebte meine erste Fraktionssitzung und abends einen weiteren Termin im Ortsverband. Um die erste Woche zu vervollständigen, stand am Donnerstag die Plenarsitzung auf dem Programm und am Freitag ging es für Flo nach Hamburg. So schnell war die erste Woche im Landtag vorüber und so schnell hatte ich das, was man im Bayerischen Landtag „Alltag“ nennt, miterlebt.

Ab der zweiten Woche arbeitete ich von Tag zu Tag immer mehr im Büro mit, bekam mehr Aufgaben und konnte mich immer besser einarbeiten. Dabei durfte ich während meines gesamten Praktikums fast alle Termine von Flo begleiten, sofern ich das wollte. Auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Büro bekommen hatten und uns täglich von Raum zu Raum bewegten, war ich überaus beeindruckt, wie effektiv und inhaltlich trotz dieser Umstände gearbeitet wurde.

Nach einigen Wochen erhielten wir dann die Schlüssel zum neuen Büro, damit war die Zeit des stetigen Raumwechsels vorüber und der wirkliche „Alltag“ konnte beginnen. Anfangs hatten wir weder Stühle noch Tische und trotzdem verlief die inhaltliche Arbeit unabhängig davon vollkommen reibungslos, was mich erneut sehr beeindruckte. Stück für Stück, zwischen der Vorbereitung von parlamentarischen Initiativen, Terminkoordination und der Recherche für Vorträge, vervollständigte sich das Büro zusehends. Erst die Telefone, dann ein paar Stühle bis schließlich sogar die lange bestellten Tische eintrafen. Gerade rechtzeitig vor der heißen Phase im Europawahlkampf, wurde das Thema Büroeinrichtung auch von der Liste gestrichen. Ab dann konnte die volle Konzentration auf die Themenvorbereitung gerichtet werden. Datenschutzgrundverordnung, Urheberrechtsreform, Europäischer Bildungsraum, politische Kommunikation im Brexit, Chinas Pläne zum Aufbau einer neuen Seidenstraße, Nachhaltigkeitsstrategie, grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Bayern und Österreich. Zu all diesen Themen durfte ich arbeiten und Flo bei der Vorbereitung von Veranstaltungen oder Terminen im Landtag unterstützen. Ich schrieb eine Anfrage zum Plenum betreffend Artikel 13, eine schriftliche Anfrage ebenfalls zu diesem Thema, sowie zur DSGVO und durfte meine Anmerkungen zu einem Antrag der Grünen Fraktion weitergeben, einige von ihnen standen sogar schlussendlich im Antrag, der in der Plenardebatte behandelt wurde.

In meiner letzten Woche fuhr ich Flo einen ganzen Tag zu Terminen nach Puchheim und Erlangen, begleitete meine erste Besuchergruppe, die ich auch selbst organisieren durfte, konnte von den Arcaden einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen und einen letzten schönen Abend mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbringen. Ein gelungener Abschluss für neun ereignisreiche Wochen.

Besonders im Rahmen meines Studiums der Politikwissenschaft, war der praktische Einblick und die praktische politische Arbeit eine wunderbare neue Sicht auf Politik, politische Abläufe und politische Strategien.

Zusammenfassend blicke ich zurück auf eine Zeit, die mir nicht nur ganz viele neue Erfahrungen, neue Kontakte und neues Wissen gebracht, sondern auch jede Menge Spaß bereitet hat. Dafür möchte ich mich bei Flo, Daniel und Saskia ganz herzlich bedanken, die diese neun Wochen maßgeblich zu dem gemacht haben, was sie waren.

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